Mitten in der Flüchtlingsdebatte bringt der Kabarettist Serdar Somuncu ein Buch über seine Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten Lesereise mit "Mein Kampf" heraus. Ein Gespräch über rechtsextreme Anklänge in der Flüchtlingsdebatte, deutsche Identität und das Erbe des Nationalsozialismus.
der feind ist nicht der islam, der feind sind wir selber.
die naiven, die denken, dass ein like oder fav die welt verändern könnte, dass es in den kommenden wochen und monaten reichen würde, die eigene meinung zu twittern. als ob twitter der ort für eine politische oder gesellschaftliche auseinandersetzung wäre. der feind sind die faulen, deren politisches handeln nicht über das anklicken einer online-petition hinausgeht, die lieber bloggen als gegen pegida auf die straße zu gehen. der feind sind die dummen, die nicht mehr selber denken, die keine zeitung mehr lesen, die keine nachrichten mehr schauen, die politisch und gesellschaftlich uninteressierten, die sich und der welt keine fragen mehr stellen. der feind sind die nichtwähler, die nichtdenker, die nicht-aufsteher, die inaktivisten. der feind ist die herde.
nein.
wir sind nicht charlie.
wir sind nicht mal nah dran.
Der Begriff der „Chilling Effects” entstammt der angloamerikanischen Rechtstradition. Dort beschreibt er (etwas verkürzt definiert) Effekte staatlichen Handelns, die Bürger davon abhalten, von ihren Grundrechten Gebrauch zu machen; fast immer geht es dabei um die „Freedom of Speech“, d.h. die Meinungsäußerungsfreiheit. Abstrakt gesprochen handelt es um einen irgendwie störenden, einschüchternden Einfluss auf die Ausübung eines Freiheitsgrundrechts.