Wie Sie im Schlaf Ihre Produktivität optimieren können.
Ich erinnere mich an meinen ersten Tag in der zehnten Klasse im Fach Englisch besser als an jeden anderen Schultag zu dieser Zeit. Ich kam mit meinen rund 20 Klassenkameraden ins Zimmer, wo wir die Anweisung bekamen, unseren Kopf hinzulegen und erst Mal einen Moment lang inne zu halten. Das Licht war aus, nur wenige Sonnenstrahlen schienen durch die halb geöffneten Vorhänge ins Zimmer. Im Hintergrund lief leise The Grateful Dead.
Der Lehrer, Mr. Gibson, mit dem ich bis heute befreundet bin, erklärte uns später, dass wir gerade geübt hatten, was er gerne als “produktives Ausruhen“ bezeichnete.
An Tagen, an denen wir schon beim Betreten des Klassenzimmers besonders unruhig waren, gönnte uns Mr. Gibson diese Pause nicht. Damals verstand ich diese Pausen mehr als eine Belohnung, oder sogar als eine Strategie unseres Lehrers, um während seiner Arbeitszeit seine Lieblingsmusik zu hören. Und der Name der Übung, so dachte ich, sei nur eine Tarnung, um Neugierige von unangenehmen Fragen abzuhalten. Ich war weit davon entfernt zu verstehen, dass die Übung als Werkzeug dienen sollte, um unsere Produktivität zu fördern.
Ich habe nie hinterfragt, warum uns Mr. Gibson hat schlafen lassen. Zumal die anderen Lehrer einem schon nur bei einem Anzeichen von Gähnen böse Blicke zuwarfen. Damals hatte die Übung nur einen Wert für mich – es ging darum, meinen Kopf hinlegen zu dürfen, angenehme Musik zu hören und einfach Mal nichts erledigen zu müssen.
Erst viele Jahre später, als ich von zu Hause aus arbeitete, entdeckte ich, dass produktives Ausruhen eine bekannte Technik für mehr Produktivität und Fokus war, die von einigen sehr brillanten Menschen sowohl aus der Vergangenheit als auch der Gegenwart genutzt wurde. Ich begann zu verstehen, dass Schlaf ein sehr wichtiges Element für Produktivität ist – und eins der am meisten unterschätzen.